5 digitale Trends im Einzelhandel 2017 - Inventorum

trust element inventorum

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich die Shopping-Welt sehr verändert. Die Digitalisierung hat dazu beigetragen, dass im Einzelhandel Dinge möglich werden, mit denen niemand gerechnet hätte. Es spielt keine Rolle, ob man Verkäufer oder Konsument ist, Neuerungen können zum eigenen Vorteil genutzt werden. Welche Innovationen es für Sie als Einzelhändler gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Bitcoin, LIA und 3D-Drucker sind Begriffe, die Ihnen als Händler vielleicht schon zu Ohren gekommen sind. Was damit gemeint ist, ist aber nicht zwangsläufig jedem Händler bekannt. Und dennoch scheint es, als würden die Neuerungen nicht spurlos am Einzelhandel vorbei gehen. Mit der Ausbreitung des E-Commerce und der zunehmenden Digitalisierung eröffnen sich neue Chancen und Spielräume für Einzelhändler. Bereits 2015 zeichneten sich deutlich neue Trends ab, die das Potential haben, das Wachstum und die Bekanntheit lokaler Händler zu steigern. Das ist von Relevanz, denn noch immer bleibt der stationäre Handel für 70 % der Männer und für 87 % der Frauen die erste Anlaufstelle. Dennoch ist der Onlinehandel nicht mehr wegzudenken, der Kunde wechselt ungebremst zwischen den Kanälen Online und Offline. Waren es 2008 noch rund 17,1 Milliarden, die mit dem Onlinehandel erwirtschaftet wurden, so waren es 2015 schon rund 35,5 Milliarden Euro. Einer weiteren Studie zufolge soll der Umsatz im E-Commerce 2017 auf 48,8 Milliarden Euro ansteigen. Ein gewisser Prozentsatz der shoppenden Kunden erwartet eine Onlinepräsenz oder wünscht sich diese. Je nach Branche ist diese Erwartungshaltung unterschiedlich stark ausgeprägt: Am geringsten ist sie im Lebensmittel-Bereich (24 % erwarten, 33 % wünschen sich diese Präsenz) und am höchsten bei Elektrogeräten (51 % erwarten, 28 % wünschen Präsenz). Mit dem Onlinegeschäft einher geht ein technischer Wandel, der Kundenbedürfnisse in ein ganz neues Licht rückt.  

1. Google local inventory ads (LIA) – schnell finden lassen, statt lang gesucht werden

Google macht es wahr – ab jetzt soll Händlern ermöglicht werden mit Google local inventory ads (LIA), ihr stationäres Produktportfolio ins Internet zu stellen, so dass sie über die Suchmaschine gefunden werden können. Dort können Sie als Händler diese Produkte auch bewerben. Es geht darum, den Shopping-Kunden zu zeigen, wo sie die Produkte lokal kaufen können. Das funktioniert über eine Schnittstelle zu den Servern von Google. Der Nutzen besteht darin, dass Kundschaft in den Laden gelockt wird. Sicher kann das für Sie als Händler einen Vorteil bringen. Google kommuniziert mit Ihrem Shop, insofern dieser über eine entsprechende Schnittstelle verfügt, über die Lagerbestände und zeigt Ihren Kunden so, welche Produkte bei Ihnen verfügbar sind. Die Waren müssen dazu vorerst fotografiert und digitalisiert werden. Danach müssen die digital vorliegenden Produkte mit der Local Inventory verbunden werden. Leitfäden, wie der von Google oder Fachportale, unterstützen Sie bei der Einrichtung dieses Services.

Nach einer getätigten Suchanfrage erscheinen die Local Inventory Ads in den Google-Suchanzeigen unterhalb der Preisinformationen der Google-Shopping-Anzeigen als kleine Standortnadel. Klickt man darauf, gelangt man zu einer Detailseite die weitere Informationen zur Produktverfügbarkeit im Ladengeschäft enthält.

Trends im Einzelhandel

2. Bitcoin – die Kryptowährung, die das Internet erobert

Einige Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten bereits die Bezahlung mit Bitcoins an. Damit zeigt sich, dass Bitcoin zum Teil schon im Einzelhandel angekommen ist. Bitcoin ist eine Währung, die elektronisch geschaffen und verwahrt wird. Sie wird weder von den Regierungen, noch von Banken kontrolliert und beruht auf dem sogenannten Bitcoin-Mining, was besagt, dass sich jeder die Währung selbst errechnen kann. Diese sogenannte Krypto-Währung könnte zukünftig genutzt werden, um Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen – auch bei Ihnen als lokaler Anbieter mit einer Internetpräsenz. Der Wert eines Bitcoins beträgt aktuell etwa 2300 Euro – dieser Wert ändert sich aber ständig. Bitcoins kann man Online kaufen oder selbst erzeugen. Dazu benötigt man einen sogenannten Bitcoin Miner, der über einen Bitcoin Rechner läuft. Möchten Sie diese Online-Währung einführen, bieten das Bitcoin Forum und der Bitcoin Blog Unterstützung.

3. Beacons – nicht Bacon, sondern digitale Angebote direkt aufs Smartphone

Zugegeben, sie waren bereits vor wenigen Jahren im Einsatz, aber behalten dennoch ihren Trend-Wert. Beacons sind kleine Funksender, die direkt im Ladengeschäft angebracht werden und zwar an Regalen, Produkten etc. Ein Ladengeschäft ist in der Regel mit mehreren Beacons ausgestattet, die den Standort des Kunden bestimmen können. Kommt der Kunde einem dieser Sender nahe, kann dieser Infos über ein Produkt an das Smartphone des potentiellen Käufers senden. Hier kann etwa mit einem Sonderangebot geworben werden. Auf diese Weise können etwaige Preisvergleiche, die ein Kunde vornimmt, entkräftet werden. Darüber hinaus schicken Sie über Beacons aber auch Rabattgutscheine oder eine persönliche Begrüßung, wenn der Kunde sich vor dem Geschäft aufhält. Sie als Händler bekommen dann mitgeteilt, wann ein potentieller Kunde für ein bestimmtes Produkt sich in der Nähe Ihres Ladens aufhält und erfahren sogar seinen Vornamen. Den Kunden können Sie so gezielter angesprechen. Zusätzlich trägt die Technologie dazu bei, neue, meist junge Kunden anzulocken. Händler erhalten außerdem einen neuen Datensatz, mit dem sie arbeiten können.

Die Beacons funktionieren über eine App, die der Kunde sich im ersten Schritt auf seinem Smartphone installiert. Dann muss der Nutzer Bluetooth einschalten, und im jeweiligen Laden noch einmal eine Zustimmung geben, dass er Informationen empfangen will. Der Nutzen dieser Neuerung wurde in einer Umfrage mit 4,6 von 10 Punkten eingeschätzt, was bedeutet, dass Beacons zwar noch nicht ganz angekommen sind, jedoch grundsätzlich auch nicht ungefragt sind.

4. 3D Drucker – Upcycling, Zubehör oder doch nur Spielerei?

Die Digitalisierung führt zu einer Innovation im Bereich Produktanschaffung. Auch wenn dieser Trend schon vor Jahren auftauchte, so besitzt er dennoch Relevanz für die aktuelle Lage von Einzelhändlern. 3D-Druck realisiert die Möglichkeit, einen Entwurf digital zu erstellen, um ihn dann realitätsgetreu nachzubilden. Erste Experimente mit 3D-Druckern werden bereits von Zahnersatzherstellern und auch in der Luftfahrt unternommen. Aber auch einzelhandelsnahe Bereiche, wie Handy-Zubehör oder Möbelersatzteile, werden heute schon in 3D gedruckt. Nicht zu verschweigen, dass große Hersteller von Schuhen auch diese schon drucken lassen. Viele weitere Sektoren im Handel ziehen mit …  

Der Vorteil dieser Technologie besteht darin, dass Teile ohne Verschnitt und ziel- und passgenau zugeschnitten werden können. Dadurch werden Materialkosten gespart und die Reaktionsfähigkeit auf Trends erhöht. Eine Statistik zeigt, dass sich der Umsatz bis zum Jahr 2018 auf mehr als 5,4 Milliarden Euro steigern wird.

Ob diese Variante sich für Sie als Händler lohnt, sollten Sie abwägen. Teuer ist die Anschaffung nicht – für wenige hundert Euro bekommt man bereits ein Startermodell. Den Preisen sind nach oben aber keine Grenzen gesetzt. Wenn also auch Sie zum Produzenten werden wollen, können Sie über die Anschaffung nachdenken.

Trends im EH

5. Spieglein, Spieglein an der Wand – Intelligente Spiegel, die mehr zeigen als ein schönes Gesicht

Dieser technische Trend ist dazu konzipiert, als Shopping-Assistent zu dienen. Die virtuellen Spiegel erkennen sogenannte RFID Sensoren, die in den Etiketten der Kleidung angebracht sind. Dadurch erkennt der Spiegel, welche Artikel ihm vorgehalten werden. Und mehr noch: Der Spiegel wird zu einem Ratgeber, der ohne Kleidungswechsel anzeigt, wie der Kunde in diesem Outfit aussieht. Außerdem zeigt er Zusatzinformationen zum jeweiligen Kleidungsstück an. Damit wird dem Kunden das Anprobieren erspart und gibt ihm zusätzlich nötige Infos, etwa über weitere verfügbare Größen oder Farben. Auch diese lassen sich anprobieren. Weiterhin soll das Einblenden verschiedener Hintergründe möglich sein, so dass der Kunde erkennen kann, in welcher Umgebung ihm was steht. Ob sich diese Spiegel für Sie lohnen, gilt es abzuwägen. Ein interessanter Trend sind sie aber in jedem Fall.

Was bedeutet das für Sie als Händler?

Personalisierung, Digitalisierung und Einkaufen als Erlebnis werden die bestimmenden Faktoren sein, auf die sich Einzelhändler einstellen werden müssen. Ob sich einzelne Neuerungen, wie Bitcoins und Beacons, durchsetzen werden, wird sich zeigen. Sich diesen Dingen anzupassen, kann helfen, aber muss nicht zwangsläufig geschehen, um ein Geschäft aufrecht erhalten zu können. Viel wichtiger sind der gute und zuvorkommende Umgang mit den Kunden und das Aufrechterhalten gewisser Einzelhandels-Standards wie Information und Verfügbarkeit und Beratung. Dennoch sollten Sie ruhig einmal überlegen, ob Sie Trends, wie etwa die Location Inventory Ads, für sich ausprobieren, um Ihre Attraktivität noch zu steigern.

Quellen:
http://www.horizont.net/tech/nachrichten/Bei-ueber-11.000-Restaurants-Lieferando-fuehrt-Bitcoin-Bezahlung-ein-159419
https://zukunftdeseinkaufens.de/future-city-langenfeld-boostet-kleine-haendler-durch-google-local-inventory-ads/
http://www.heise-regioconcept.de/google/anzeigen-mit-lokaler-produktverfuegbarkeit

https://berlinvalley.com/67157-2-neu-gedacht-beacons-als-teil-des-marketing-oekosystems/
https://de.statista.com/infografik/2220/prognose-zur-entwicklung-der-3d-druck-branche/
http://www.cnet.de/88143579/3d-drucker-ein-trend-mit-wachsender-bedeutung-nicht-nur-fuer-die-industrie/?inf_by=5963398e681db8be638b47be
https://ixtenso.com/de/story/31353-diese-trends-werden-den-handel-2017-beschaeftigen.html
https://www.minodes.com/de/blog/top-3-retail-store-innovations-2017
https://www.ecommerce-vision.de/bitcoin-bei-diesen-onlinehaendlern-kann-man-damit-bezahlen/http://locationinsider.de/warum-deutsche-haendler-die-beacon-technologie-nicht-brauchen/

Bilder:
https://de.fotolia.com/id/137317687
https://de.fotolia.com/id/148850924

Hinterlasse einen Kommentar

11 − zehn =

  • Gutscheincode?