6 Tipps – Ladenbauelemente verkaufspsychologisch einsetzen - Inventorum

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Sie haben einen Laden und wollen sich gegenüber der Konkurrenz stark machen? In Zeiten vieler Betreiber sowohl Offline als auch im Internet benötigen Sie ein Konzept für Ihren Ladenbau. Der Ladenbau und seine Elemente sind in Hinblick auf die Verkaufspsychologie grundlegend. Sie müssen dazu Ihren Laden sowohl in seinen Grundzügen als auch in der Präsentation der Waren konzipieren. Im folgenden Artikel stelle ich Ihnen diese Thematik vor.

Nur wer sich ausreichend mit dem Ladenbau beschäftigt, wird entsprechend des eigenen Wunsches, gut bei seinen Kunden ankommen. Dabei sollten Sie nichts dem Zufall überlassen und auch professionelle Unterstützung heran holen. Der Ladenbau dient dazu, eine eigene Corporate Identity (CI) zu schaffen. Zu diesem Bereich zählen sämtliche Elemente wie der Boden, die Beleuchtung, bestimmte Ladenbauelemente, die letztendliche Ladengestaltung. Der Ladenbau sollte also gut durchdacht sein.
Dabei ist es wichtig, den Ladenbau nach der eigenen Branche auszurichten: Ein Friseur muss anders ausgestattet sein als ein Kiosk, dies leuchtet ein.

Eine Grundregel des Ladenbaus lautet, dass Möbel und Farbe zu den angebotenen Produkten und zur Zielgruppe passen sollten. Beispielsweise darf eine Kinderboutique bunter sein, ein Schmuckladen hingegen sollte edel wirken und darf ruhig in schwarz-weiß gehalten sein.
Letztendlich geht es unter anderem darum, die Erwartungen des Kunden zu erfüllen. Ein Geschäft sollte am Ende „rund” erscheinen. Deshalb sollte man sich ruhig die Mühe machen, ein professionelles Ladenbau-Unternehmen oder einen Berater aufzusuchen. Bei der Umsetzung des Ladenbaus sollte vor allem das Verlangen des Kunden nach Wohlbefinden berücksichtigt werden und die Verhaltensmuster der Kunden genutzt werden.  

1. Nutzen Sie die Blick- und Bewegungsmuster der Kunden

Wenn Sie sich unterbewusste Verhaltensmuster der Kundschaft deutlich machen, so können Sie mit Ihrem Ladenkonzept viel erreichen. Der Blick wandert beim überwiegenden Teil der Menschen beim Betreten des Raumes in den meisten Fällen automatisch nach rechts, da die natürliche Rechtsorientierung der Menschen stärker ausgeprägt ist als die Linksorientierung. Danach schweift der Blick nach vorne, um sich einen Überblick zu verschaffen. Deshalb sollten Sie Elemente, die Sie häufiger verkaufen wollen, schräg rechts hinter dem Eingang platzieren. Hier sollten Sie also Bestseller bereitstellen.

Um diese Elemente zu platzieren, können Sie Gondelregale benutzen, die frei im Raum stehen. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Für Ihre Modeboutique bietet sich zum Beispiel eine T-Gondel an, die über Ablage- sowie Aufhängemöglichkeit für Kleidung verfügt.
Den Effekt, dass auf diese Fläche eine starke Aufmerksamkeit gelegt wird, können Sie noch verstärken, indem Sie dort Farb- oder Lichtakzente setzen oder Plakate einsetzen.
Verkaufszonen Ihres Ladens zu erkennen, kann Ihnen merklich beim Produktvertrieb helfen.

2. Platzieren Sie Produkte bewusst entgegen Verhaltensmustern

Produkte, die oft gekauft werden, können Sie weit hinten platzieren, damit der Kunde durch den Laden gehen muss und dabei weitere Produkte entdeckt. Diesen Trick kann man bei Discountern beobachten, die häufig gekaufte Produkte wie Milch und Fleisch im hinteren Teil des Ladens aufbewahren.
Spontankäufe werden auch gefördert, wenn der Kunde Linkskurven gehen muss, also die Gangrichtung entgegen des Uhrzeigersinns verläuft. Der Grund dafür liegt darin, dass die meisten Menschen weniger routiniert sind, als wenn sie Rechtskurven gehen müssen und damit aufmerksamer sein müssen.

Ein weiterer Trick ist es, Waren kassennah aufzustellen. Die Kunden verweilen hier schließlich eine Weile und haben dann die Zeit, sich umzuschauen.
Für die Präsentation der Waren eignen sich verschiedene Regalsysteme wie Standregale, und Säulen, die frei im Raum aufgestellt oder an der Wand montiert werden können. Diese sind zum Teil erweiterbar mit Haken, Rahmen oder Stufenabhängearmen. Raumgondeln und Textilständer eignen sich besonders für die Präsentation von Textilien. Achten Sie also ruhig darauf, branchenspezifisch Ihr ideales Präsentationssystem zu finden.

3. Setzen Sie Kundenführungssysteme ein

Professionelle Kundenführungssystem sorgen dafür, dass der Kundengang geordnet wird. Der Ein- und Ausgangsbereich kann so markiert werden. Spezielle Eingangs- und Ausgangsanlagen wie etwa ein Karussell und Schwenktüren weisen Kunden den Weg.
Dies erhöht den Wohlfühlfaktor, weil die Kunden sich durch die gebotene Ordnung gut aufgehoben fühlen. Weiterhin schützen diese Ladenbauelemente auch vor Diebstählen, denn Kunden können durch die Aufteilung besser beobachtet werden. Außerdem können gesicherte Waren damit die Diebstahlsicherung leichter passieren oder am Sicherheitspersonal vorbei geleitet werden. Auch Raumteiler sind sinnvoll, um bestimmte Zugangsbereiche zu markieren und andere zu versperren. Kleine Läden profitieren von Pflanzen, die links und rechts neben dem Eingang aufgestellt werden. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie Ihren Geschäftseingang so ein, dass er eine Visitenkarte darstellt. Dies schaffen Sie durch eine gepflegte Fassade und das Vermeiden von Unrat rund um den Eingangsbereich.

Verkaufspsychologie

4. Achten Sie auf eine Informationsbereitstellung

Versuchen sie, Kunden nicht endlos lang durch Gänge zu führen, denn Kunden möchten zu ihrem Ziel gelangen. Übersichtlichkeit ist wichtig, damit die Kauflust des Kunden nicht sinkt. Auch sollte die Ware leicht erkennbar sein und auf Ständern, Tischen und Regalen bereitgestellt werden. Für eine übersichtliche Warenpräsentation bieten sich verschiedenste Ladenbauelemente an, von ganzen Ladenbausystemen bis hin zu einzelnen Präsentern, wie Rollbehälter und Wühlkörbe, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Lamellenwände, die direkt an der Wand montiert werden, eignen sich zum Beispiel für Schuhe, Schmuck, Handys, Mützen etc. Wichtig ist auch, dass Sie das Bedürfnis des Kunden nach Information befriedigen, indem Sie die Elemente beschriften. Für diese zusätzliche Informationsbereitstellung eignen sich Schilder, Beschriftungen und Reliefbuchstaben. Bei letzteren handelt es sich um Buchstaben, die sich durch eine Form oder durch Beleuchtung vom Untergrund abheben.

5. Inszenieren Sie Ihre Verkaufsflächen richtig

Durch Lichteinsatz können Sie die Aufmerksamkeit gezielt auf Zonen lenken, die ansonsten nicht so beachtet werden. Der gleiche Effekt wird durch auffällige Farben erzielt.
Wenn Sie bewegliche Ladenbauelemente wie eine eine Mittelraumgondel aus Paneelelementen einsetzen, platzieren Sie Ihre Waren auf stilvolle Weise nach Bedarf immer wieder anders. Für die Präsentation hochwertiger Produkte eignens sich Vitrinen, etwa aus Acrylglas. Vitrinen bieten weiterhin Schutz vor Beschädigung, vor Diebstahl sowie Bakterien und Viren.

6. Nutzen Sie Lockmittel

Probierstand, Vorführgeräte, Umkleidekabinen, Spiegel – Raum für diese Dinge können Sie ebenfalls bereits beim Ladenbau mitbedenken. Kunden haben ein haptisches Bedürfnis, das heißt, sie möchten Artikel vor dem Kauf anfassen. Es hat sich gezeigt, dass Käufer ein Produkt, das sie in die Hand nehmen können, als wertvoller empfinden als eines, das sie nur sehen. Je nach Branche lassen sich hier unterschiedliche Möglichkeiten finden: Im Schmuck- und Textilbereich ist es zum Beispiel sinnvoll, viele Spiegel zu positionieren.

Noch mehr Tipps zum optimalen Verkaufsraum finden Sie in dieser Checkliste.

Augen auf beim Ladenbau!

Sie sehen, dass die Ladenbaugestaltung eine wichtige Rolle spielt. Diese orientiert sich an den Grundsätzen der Verkaufspsychologie, die jeder, der sich nur ein wenig damit beschäftigt, anwenden kann. Versuchen Sie als Einzelhändler, sich in den Kunden hineinzuversetzen, denn dadurch lässt sich ein Vielfaches ihrer Verhaltensweisen erklären und nachvollziehen. Grundsätzlich gilt: Richten Sie sich lieber neutral ein und setzen Akzente, anstatt Sie Ihren Laden quietschbunt und mit ausgefallenen Elementen bestücken. Dabei hilft es, die Stärken des eigenen Produkts herauszustellen und in diesem Sinne zu versuchen, sich von anderen Mitbewerbern abzuheben.  

Bilder:
INVENTORUM
https://de.fotolia.com/id/17930159

 

 

 

 



Über den Autor/in
Heike Brandt
Gründerin und Inhaberin

Studio Brandt

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