Registrierkassenpflicht in Österreich für Einzelhändler

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Worauf müssen Sie 2017 achten? Die sogenannte Registrierkassenpflicht wird in Österreich eingeführt und langsam sieht man auch die QR-Codes auf den Belegen, die zeigen, dass die Kasse der Registrierkassenverordnung entspricht. Vor Januar 2016 galt weder Registrierkassen- noch Belegpflicht oder eine Verpflichtung zur Verwendung eines Sicherungsprogrammes.

Für die Steuerreform müssen bis zum 1.4.2017 alle Kassensysteme mit einer Sicherheitseinrichtung versehen werden. Ziel ist es, das Führen von Aufzeichnungen und Büchern zu erleichtern, um so Steuerhinterziehungen zu vermeiden.

Es wird geschätzt, dass der Staat durch Kassenmanipulationen um fast 10 Milliarden Euro betrogen wird. Jedoch sorgt die Registrierkassenpflicht für heftige Debatten zwischen Unternehmern. Fakt ist, dass die Steuerreform umgesetzt werden muss. Was gibt es für Stichdaten?

Stichdaten der Neuregelungen:

Die Registrierkassenpflicht sollte ab dem 11.2016 gelten, wurde jedoch vom Verfassungsgerichtshof Österreichs (kurz VfGH) aufgehoben. Die Registrierkassenpflicht ist in der Alpenrepublik seit 1.5.2016 zu erfüllen und die Einführung wird in mehreren Etappen durchgesetzt. Eine Straffreiheit wurde bis 30.6.2016 gewährt.

Seit 2015 sind folgende Reformen eingeführt worden:

  • 2015: Steuerreform und dessen Einführung, mit Veränderungen bei der Belegausstellung und Einzelaufzeichnung
  • 2016: Registrierkassenpflicht
  • 2017: Manipulationsschutz und Sicherheitseinrichtungen am 1.4.

Wie wird die Umrüstung oder Anschaffung einer neuen Registrierkasse gefördert?

Mit dem Beilagenformular E108c kann eine Prämie von 200 Euro pro Kassensystem bei Ihrem Finanzamt beantragt werden. Die Kosten für die Anschaffung einer Registrierkasse variieren häufig und hängen von Ihren Bedürfnissen ab.

Ausgenommen von der gesetzlichen Registrierkassenpflicht sind Unternehmen, deren jährlicher Gesamtumsatz 15.000 Euro bzw. 7.500 Euro Barumsatz nicht überschreiten. Dabei sind Gutscheine und Kreditkarten als Umsätze eingerechnet. Unter anderem sind auch Onlineshops und Umsätze im Freien von Erleichterungen betroffen. Mehr Informationen finden Sie unter der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen (https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/Registrierkassen.html).

Kann ich verfolgt bzw. bestraft werden, wenn meine Registrierkasse nicht zeitgerecht mit einer Sicherheitseinrichtung vor Manipulationen geschützt ist?

Den Behörden in Österreich ist es bekannt, dass nicht alle Registrierkassen am 1.4.2017 ordnungsgemäß sein können. Außerdem muss in jedem Einzelfall geprüft werden, wieso die Verpflichtung nicht beachtet worden ist.

Nach Ansicht des Finanzministeriums müssen drei Kriterien erfüllt werden, um den Finanzbehörden glaubhaft zu machen, dass die Frist nicht eingehalten werden konnte. Diese sind wie folgend von der Wirtschaftskammer Österreichs (WKO) aufgelistet:

  • wenn die Unternehmerin/der Unternehmer über eine Registrierkasse verfügt, die der Kassenrichtlinie entspricht und mit dieser die Einzelaufzeichnungspflicht und Belegerteilungspflicht erfüllt,
  • wenn die Unternehmerin/der Unternehmer Belege über die getätigten Barumsätze lückenlos erteilt und
  • wenn die Unternehmerin/der Unternehmer nachweist bzw. zumindest glaubhaft macht, dass sie/er die RKSV-konforme Beschaffung und/oder die Umrüstung der Registrierkasse(n) bei einem Kassenhersteller oder einem Kassenhändler bis Mitte März 2017 bereits beauftragt hat, sodass die Säumnis nicht in ihrer/seiner Sphäre gelegen ist.

Bei einem derartigen Sachverhalt kann nach Ansicht der Finanzbehörden von einer Strafe abgesehen werden. Nachfolgend finden Sie den Link zum vollständigen Beitrag der WKO: https://www.wko.at/service/steuern/Straffreiheit-trotz-fehlenden-Manipulationsschutzes-Kasse.html

Mehr Informationen zur Registrierung Ihrer Kasse finden Sie im Handbuch des Bundesministeriums für Finanzen über “Registrierkassen in Finanzonline”: (https://finanzonline.bmf.gv.at/eLearning/BMF_Handbuch_Registrierkassen.pdf)

Bei allgemeinen Fragen oder über die Umsetzung des Cloud-Signatur-Verfahrens mit Fiskaltrust steht Ihnen gerne unser freundliches INVENTORUM Support Team zur Verfügung: +49 30 208 98 6330.