Wie beliebt ist bargeldloser Zahlungsverkehr?

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Bargeldloser Zahlungsverkehr ist per Definition eine Zahlung ohne Bargeld. Der zu zahlende Betrag wird stattdessen per Karte, Lastschrift oder Smartphone beglichen. Doch zu welchem Zahlungsmittel greifen Kunden am liebsten? Wir haben uns die Vor- und Nachteile von Münzen, Scheinen und Karten einmal genauer angesehen. Außerdem stellen wir Ihnen neue Methoden für bargeldlosen Zahlungsverkehr vor: NFC und Mobile Payment.

Bargeld vs. Bargeldloser Zahlungsverkehr: Wie zahlen Kunden am Liebsten?

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Bargeldloser Zahlungsverkehr landet in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch auf Platz Zwei. Die Kunden zahlen im Geschäft immer noch am liebsten bar. Während der bargeldlose Zahlungsverkehr in den skandinavischen Ländern, wie Dänemark, Schweden und Finnland, das Bargeld bereits verdrängt hat, trennen sich Kunden hierzulande nur zaghaft vom Bargeld.

Die meisten Kunden schätzen die Anonymität des Bargeldes und eine bessere Kontrolle über die getätigten Ausgaben. Besonders das Thema Datensicherheit spielt für viele eine große Rolle. Datenschützer warnen davor, dass die Käufer durch die Speicherung von Informationen zu gläsernen Kunden werden. Doch die verbreitete Nutzung von Payback- und Kundenkarten, die diese Informationen ebenfalls speichern, lässt darauf schließen, dass die breite Masse von Kunden damit kein Problem hat. Zumal bargeldlose Zahlungssysteme ein hohes Maß an Bequemlichkeit bieten können.

Für Händler ist der Umgang mit Bargeld oftmals mit hohen Kosten verbunden: es muss ein großer Vorrat an Wechselgeld beschafft, Sicherheitsvorkehrungen für die Aufbewahrung sowie für den Transport des Geldes getroffen werden. Eine passende Rechnungssoftware kann im täglichen Betrieb sehr hilfreich sein, dennoch bleibt das Zählen des Bargeldes aufwändig und zeitintensiv. 

Doch eine komplette Abschaffung des Bargeldes ist eher unwahrscheinlich. Prognosen deuten allerdings darauf hin, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr weiterhin stark ansteigen wird. Die drei meistgenutzten Zahlungsarten sollen Kredit- und Debitkarte sowie die Zahlung per Smartphone (Mobile Payment) sein.

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Bargeldloser Zahlungsverkehr – Vorteile für Händler und Kunden

In den vergangenen Jahren zeichnet sich ein Trend ab, der seinen Ursprung im Onlinehandel hat: Der bargeldlose Zahlungsverkehr nimmt stetig zu. Vom Online-Shopping ist der Kunde einen schnellen und unkomplizierten Check-out gewöhnt und genau das schätzt er auch beim Shoppen im stationären Handel. Ein weiterer Vorteil von bargeldlosem Zahlungsverkehr ist die Sperrung im Falle eines Diebstahls und eine Rückforderung bei unbefugten Zahlungen. Wird die volle Geldbörse mit Bargeld geklaut, ist das Geld unwiederbringlich weg.

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Bargeldloser Zahlungsverkehr 2.0: Mit Mobile Payment wird das Smartphone zum Portemonnaie

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Bargeldloser Zahlungsverkehr in Form von Mobile Payment ist zur Zeit noch nicht weit verbreitet, hält aber viel Potenzial für die Zukunft bereit und wird schon vielerorts zusammen mit Kassensystemen an Tankstellen genutzt. Aufgrund der weiten Verbreitung von Smartphones und des technischen Fortschritts eignen sich Smartphones ideal als Zahlungsmittel für den täglichen Einkauf, Online-Shopping oder für den privaten Geldaustausch. Wir möchten Ihnen im Folgenden einen Überblick über verschiedene Anbieter für Mobile Payment geben.

Apple Pay

Das Zahlungssystem von Apple kann zum kontaktlosen Bezahlen als Ersatz für eine Kreditkarte im Ladengeschäft oder in Onlineshops und Shopping-Apps genutzt werden.

Wie funktioniert Apple Pay?

Für den iTunes-Account wird eine Kreditkarte hinterlegt, das Zahlen erfolgt dann über das iPhone, indem es in die Nähe eines NFC-fähigen Kartenterminals gehalten wird. Die Zahlung wird bestätigt durch die Eingabe eines Passwortes oder durch Touch-ID.

PayPal

Das Online-Zahlungssystem wird in den meisten Onlineshops und auf eBay beim Checkout angeboten. Außderdem kann man über die App Geld versenden und empfangen sowie in einigen Geschäften, Cafés und Restaurants mobil per Smartphone zahlen.

Wie funktioniert PayPal?

Im PayPal-Account hinterlegt der Kunde ein Bankkonto und/ oder eine Kreditkarte. Die Zahlung per PayPal App in Geschäften und Restaurants funktioniert über das NFC-Verfahren. Dabei loggt sich der Kunde mit seiner E-Mail-Adresse und seinem Passwort ein und wählt das entsprechende Geschäft aus. Der Händler bzw. Kellner vergleicht das Foto in der App mit dem Kunden, bevor die Zahlung durchgeführt wird.

Samsung Pay und Android Pay

Auch Samsung und Google bieten einen mobilen Bezahldienst über das Smartphone an. Samsung Pay funktioniert ähnlich wie Apple Pay, erfordert allerdings kein NFC-fähiges Kartenterminal.

Wie funktionieren Samsung Pay und Android Pay?

Für Samsung Pay wird das Bankkonto mit der Samsung App verknüpft und der Fingerabdruck zur Verifizierung hinterlegt. Um den Zahlvorgang auszuführen, muss das Kartenterminal mit dem Smartphone berührt werden. Der Bezahldienst von Google funktioniert wie Apple Pay auch über NFC.

TWINT (Schweiz)

Die Schweizer App kann auf dem Smartphone für Einkäufe im stationären Handel, in Onlineshops und privat zum Austausch von Geld untereinander genutzt werden.

Wie funktioniert TWINT?

Für die Zahlung mit TWINT wird der Account mit einem Bankkonto verknüpft oder das SEPA-Lastschriftverfahren ausgewählt. Der Kunde kann über die hinterlegten Bankdaten auch ein Guthaben auf sein TWINT-Konto laden (ähnlich wie bei PayPal). Beim Zahlen an der Ladenkasse hält der Kunde sein Handy an den TWINT Beacon des Händlers. Die Zahlung erfolgt über NFC. Alternativ kann auch über die Eingabe eines Codes bezahlt werden.

Payback Pay

Mit der Payback App kann entweder über NFC oder mittels QR-Code mobil bezahlt werden.

Wie funktioniert Payback Pay?

Der Kunde hinterlegt ein Bankkonto und erteilt dem Unternehmen ein Mandat für den SEPA Zahlungsverkehr. Beim Bezahlen öffnet man die App auf dem Smartphone und gibt die PIN ein. Anschließend kann der QR-Code vom Händler gescannt werden. Der Betrag wird vom hinterlegten Bankkonto abgebucht.

Blue Code (Österreich)

Mit der App kann in Ladengeschäften, in Onlineshops, an Automaten, in Shopping-Apps sowie an mobilen Kassen bezahlt werden.

Wie funktioniert Blue Code?

Der Kunde benötigt einen Account, für den ein Bankkonto hinterlegt wird. Beim Zahlungsvorgang gibt der Kunde eine vierstellige PIN ein, anschließend erscheint ein blauer Code auf dem Smartphone, der vom Händler gescannt wird. Die Zahlung erfolgt in der App oder per Bluetooth (bei Automaten).

Titelbild: oneinchpunch/ shutterstock.com  weiteres Bildmaterial: EHI 2015, Bitcom Research, Statista 2015,  gpointstudio/ shutterstock.com

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, WirtschaftsWoche Online, CHIP Digital, PSA Payment Services Austria, IT Business (CH)