Online Payment: Zahlungsarten im Onlineshop

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Der Online-Shopper stöbert seelenruhig im Shop, legt ein Teil nach dem anderen in den Warenkorb und betätigt schließlich den entscheidenden Button: Zur Kasse. Nun wird es ernst, für Käufer und Verkäufer gleichermaßen. Das geringste Zögern oder die kleinste Komplikation wird den Kunden dazu bringen, den Warenkorb einfach Warenkorb sein zu lassen und das Weite zu suchen. Grund genug, sich das Online Payment einmal genauer anzuschauen.

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Bei Kunden erfreut sich das Shoppen im Netz weiterhin großer Beliebtheit. Nicht nur für die großen Unternehmen lohnt sich daher der Schritt in den Online-Handel, auch kleine Einzelhändler können sich mit einer passenden Shop-Lösung im Internet präsentieren und sich dank Multichannel eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen.

Ein wichtiges Kriterium bei der Einrichtung eines eigenen Onlineshops ist die Auswahl der Zahlungsarten, mit denen Ihre Kunden online bezahlen können. Neben dem Sicherheitsaspekt steht für den Internet-Shopper beim Online Payment ganz klar die Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund.

Eine zu geringe Auswahl an Zahlungsarten oder ein komplizierter, langwieriger Checkout führt in der Regel zu hohen Abbruchraten. Um möglichst viele Kunden zum Kauf zu bewegen, empfiehlt sich daher eine Auswahl von mindestens vier bis fünf verschiedenen Zahlungsarten.

Die Mischung macht’s – auch beim Online Payment

Wir haben Ihnen die bei Kunden beliebtesten Internet-Bezahlsysteme zusammengestellt und verschaffen Ihnen einen Überblick über Lastschrift, Kreditkarte & Co.

Letztendlich gilt es, einen Kompromiss zu finden, der beide Seiten zufrieden stellt. Zudem ist die Wahl der Zahlungsart auch immer abhängig von der Zielgruppe und dem Produktangebot.

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Die beliebtesten Arten des Online Payment

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Rechnungskauf

Der Kauf per Rechnung ist bei Kunden bisher die beliebteste Zahlungsart im Internet, denn dabei müssen online keine Bank- oder Kreditkartendaten angegeben werden. Außerdem kann der Kunde die Ware erst prüfen, sobald sie geliefert wurde und zahlt nur, wenn die Ware den Ansprüchen und Vorstellungen entspricht.

Doch Sie sollten beim Thema Online Payment auch Ihre eigenen Ansprüche im Blick behalten. Die Zahlung per Rechnung ist für den Händler eher unattraktiv. Die Retourenrate kann in die Höhe schnellen und es kann zu verspäteten Zahlungen oder sogar zu Zahlungsausfällen kommen. Um sich vor Zahlungsausfällen zu schützen, können Sie die Dienste eines externen Zahlungsanbieters (Payment Service Provider) nutzen. Dieser kümmert sich um den gesamten Zahlungsprozess sowie um das Risiko- und Forderungsmanagement und bietet außerdem eine Zahlungsgarantie. Oder Sie bieten diese Zahlungsart nur Stammkunden an.

PayPal

Der Kauf via PayPal wird immer beliebter und ist für den Kunden schnell und bequem. Dieser richtet sich ein PayPal-Benutzerkonto ein, für das ein Bankkonto und/oder eine Kreditkarte hinterlegt wird. Mit PayPal Plus kann der Kunde auch per Lastschrift oder Rechnung bezahlen.

Der Händler hat hier den Vorteil, dass das Geld in der Regel sofort eingeht. Außerdem bietet PayPal einen Verkäuferschutz und übernimmt das Ausfallrisiko sowie das Forderungsmanagement. Nachteil ist, dass zum Teil hohe Transaktionsgebühren für den Händler entstehen können.

Lastschrift

Bei dieser Zahlungsart gibt der Kunde seine Kontodaten an und erteilt dem Händler eine Einzugsermächtigung. Für Kunden ist diese Zahlung schnell und einfach, für den Händler kann es allerdings zu Herausforderungen kommen, wenn falsche Kontodaten angegeben werden oder das Konto nicht gedeckt ist. Solchen Problemen können Sie entgegenwirken, indem Sie die Abwicklung der Zahlung einem Online Payment Anbieter überlassen.

Kreditkarte

Diese Art der Zahlung ist sowohl für Kunden als auch für Händler unkompliziert und daher sehr beliebt. In puncto Sicherheit müssen bei der Kreditkartenzahlung zudem hohe Standards erfüllt werden, was einen seriösen Eindruck bei den Kunden hinterlässt. Über Bezahldienste wie PayPal ist eine indirekte Zahlung per Kreditkarte möglich (siehe oben).

Der Kunde gibt beim Checkout den Kartentyp, die Kreditkartennummer sowie das Ablaufdatum und ggf. die Sicherheitsnummer ein. Daraufhin kann vom Händler das Geld von der Kreditkartengesellschaft eingezogen und die Ware umgehend versendet werden. Der Händler hat für diese Art des Online Payment allerdings meist hohe Gebühren zu zahlen, was besonders für kleine Onlineshops von Nachteil ist.

Vorkasse

Dieses Online Payment wird von Händlern in der Regel bevorzugt, da dieser zuerst die Zahlung erhalten muss, bevor die Ware versendet wird. Außerdem können Zahlungen, anders als beim Rechnungskauf oder Lastschriftverfahren, nicht vom Kunden widerrufen werden. Bei Kunden ist diese Art der Zahlung verständlicherweise nicht sonderlich beliebt. Besonders bei Neukunden stößt man damit auf hohes Misstrauen.

Für den Händler bietet diese Zahlungsmethode zwar mehr Sicherheit, aber auch höheren Verwaltungsaufwand, insbesondere bei vielen Online-Bestellungen. Alle Zahlungen müssen einzeln geprüft und zugeordnet werden. Hilfreich ist es, wenn die Rechnungs- oder Bestellnummer bei der Überweisung als Verwendungszweck verwendet wird. Auch ein geeignetes Buchhaltungsprogramm kann Ihnen die Arbeit erleichtern.

Nachnahme

Bei der Nachnahme zahlt der Kunde den Betrag beim Erhalt der Ware an den Versanddienstleister. Dieser überweist das Geld dann auf das Händlerkonto. Daher entstehen hierbei hohe Nachnahmegebühren, die in der Regel der Käufer zu tragen hat. Für beide Seiten birgt dieses Online Payment ein geringes Risiko, allerdings könnte der Händler auf den Nachnahmekosten sitzen bleiben, wenn der Kunde die Annahme des Pakets verweigert. In diesem Fall erhält er aber immerhin seine Ware wieder zurück. 

Auch wenn diese Art der Zahlung kaum noch genutzt wird, empfiehlt es sich, sie im Onlineshop anzubieten, da sie besonders auf Neukunden seriös wirkt.

Payment Service Provider für Online Payment

Mit der Nutzung eines Payment Service Providers minimiert der Händler das Risiko des Zahlungsausfalls beim Online Payment, insbesondere beim Rechnungskauf und Lastschriftverfahren. Der Anbieter kümmert sich um die gesamte Zahlungsabwicklung und bietet in der Regel eine Zahlungsgarantie. Egal, ob der Kunde zahlt oder nicht. Außerdem wird eine Bonitätsprüfung vorgenommen und falls nötig, übernimmt der Anbieter auch das Mahnwesen sowie das Inkassoverfahren.

Einige der Online Payment Systeme möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen (in alphabetischer Reihenfolge).

Amazon Payments

Zahlungsarten:

  • Genutzt werden die Zahlungs- und Adressdaten des Amazon-Benutzerkontos

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

BillPay

Zahlungsarten:

  • Rechnungskauf
  • Teilzahlung
  • Lastschrift

Kosten für den Händler:

  • Einrichtungsgebühr
  • Monatliche Gebühr
  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann in Deutschland, Österreich, Schweiz und in den Niederlanden genutzt werden
  • White Label (der Anbieter ist nicht mit eigenem Logo/ Marke sichtbar) möglich

BillSAFE

Zahlungsarten:

  • Rechnungskauf (auch für Geschäftskunden)

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Gehört zu PayPal
  • White Label möglich

Giropay

Zahlungsarten:

  • Online-Überweisung

Kosten für den Händler:

  • Einrichtungsgebühr
  • Monatliche Gebühr
  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann in ganz Europa, USA, Kanada und Lateinamerika genutzt werden

Klarna

Zahlungsarten:

  • Lastschrift
  • Kreditkarte
  • SOFORT-Überweisung
  • Rechnung
  • Ratenkauf

Kosten für den Händler:

  • Einrichtungsgebühr
  • Monatliche Gebühr
  • Transaktionsgebühren bei Rechnungs- und Ratenkauf

Info:

  • Kann in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien genutzt werden
  • Gehört mit SOFORT GmbH zur Klarna Group Company

Paymorrow

Zahlungsarten:

  • Rechnungskauf
  • Lastschrift

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann in Deutschland, Österreich und Schweiz genutzt werden

Paysafecard

Zahlungsarten:

  • Prepaid Kreditkarte

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann weltweit in 43 Ländern genutzt werden
  • Ein Unternehmen der Paysafe Group
  • White Label möglich

Postpay

Zahlungsarten:

  • Lastschrift
  • Kreditkarte
  • Rechnungskauf
  • Giropay
  • Vorkasse
  • SOFORT-Überweisung

Kosten für den Händler:

  • Monatliche Gebühr
  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann weltweit genutzt werden
  • Bezahlverfahren der Deutschen Post AG

RatePAY

Zahlungsarten:

  • Ratenzahlung
  • Rechnungskauf
  • Lastschrift

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann in Deutschland und Österreich genutzt werden
  • Ein Unternehmen der Otto Group
  • White Label möglich

Skrill (Moneybookers)

Zahlungsarten:

  • Kreditkarte
  • Überweisung
  • Prepaid Kreditkarte

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Ein Unternehmen der Paysafe Group
  • White Label möglich

SOFORT-Überweisung

Zahlungsarten:

  • Online-Überweisung

Kosten für den Händler:

  • Einrichtungsgebühr
  • Monatliche Gebühr
  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann in Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Italien, Polen, Ungarn, Frankreich, Spanien, Tschechien und Slowakei genutzt werden
  • Gehört mit Klarna AB zur Klarna Group Company

Wirecard

Zahlungsarten:

  • Kreditkarte
  • SOFORT-Überweisung
  • Giropay
  • PayPal
  • Lastschrift

Kosten für den Händler:

  • Transaktionsgebühren

Info:

  • Kann europaweit genutzt werden
  • White Label möglich

Online Payment – mobil per App und an der Ladenkasse

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Immer größerer Beliebtheit erfreut sich das mobile Online-Shopping per App. Das bieten bisher hauptsächlich die großen Unternehmen und Supermarktketten an. Beim Einkauf per App ist meist ein Benutzerkonto notwendig. Der Kunde muss seine Bank- oder Kreditkartendaten hinterlegen, um mobile Bezahlsysteme nutzen zu können.
Noch nicht ganz so verbreitet ist das Bezahlen per Smartphone an den Kassen im stationären Handel und in der Gastronomie. Hier ist immernoch das Bargeld Zahlungsart Nummer Eins, gefolgt von der Kartenzahlung. Viele Kartenleser für Kreditkarten bieten allerdings bereits die Möglichkeit, über die NFC-Technologie kontaktlos mit dem Smartphone zu bezahlen.

Titelbild: Zerbor/ shutterstock, weiteres Bildmaterial: Kaspars Grinvalds/ ScandinavianStock/ Tyler Olson/ shutterstock.com, EHI Studie Online-Payment 2016

Quellen: Internethandel, Handelsjournal, Unternehmerportal, Cyberday, ChannelPartner (IDG)