Wie hilft Marketing dem stationären Einzelhandel? Interview mit Maximilian Gaar - Inventorum

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Interview mit Maximilian Gaar, Head of Marketing INVENTORUM

Seit 2016 arbeitet der Experte für Online Marketing, Maximilian Gaar, für das Unternehmen INVENTORUM. Dort leitet er ein mehrköpfiges Marketingteam. Der ehemalige Koch lebt, zusammen mit Hund und Freundin, gerne in Berlin. Er hat in diversen namhaften Firmen verschiedenster Branchen über eine Dauer von mehreren Jahren Erfahrungen im Marketing sammeln können.

Wieso haben Sie sich für eine Arbeit bei INVENTORUM entschieden?

Es macht mir einfach Spaß, immer wieder an Entwicklungen von Firmen mitzuwirken. Ich bin gerne dabei, wenn es darum geht, Marketing für den Online-Bereich zu machen und Tipps und fachliches Wissen aus dem Marketing-Bereich weiter zu geben. Weil INVENTORUM ein B2B-Business ist und ich unseren Kunden, den Händlern, auch helfen kann, selbst Marketing-Strategien umzusetzen. So kann ich in doppelter Hinsicht Marketing betreiben und das gefällt mir.

Wie kamen Sie auf die Idee, eine Expertenrunde zu erschaffen?

Online und Offline zu verknüpfen, ist heutzutage wichtiger denn je, denn der E-Commerce ist stark gewachsen. Kleine Händler müssen mit den großen Firmen mithalten, sonst gehen sie unter. Wir möchten lokale Händler ermutigen, sich mit dem E-Commerce zu beschäftigen, aber sind auch für jene da, die sich ganz neu etablieren wollen. Aber ich bin auch ein klein wenig eigennützig vor dem Aspekt, dass ich, wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, nicht in „toten Innenstädten” herumlaufen möchte, sondern auch Geschäfte und Gastronomen dort sehen will.

Welches sind die 5 Top Marketing Maßnahmen, die jeder Einzelhändler kennen sollte?

Erstens: Ein Händler sollte unbedingt den eigenen Online-Kanal oder auch mehrere Kanäle ausbauen. Zweitens: Er sollte die Customer Journey tracken, um daraus abzuleiten, wie sich der Kaufweg des Kunden verhält, um so direkt an dessen Wünschen ansetzen zu können. Drittens: Für Einzelhändler ist es ratsam, die Internationalisierung der Märkte und die damit verbundenen Chancen wahrzunehmen und sich dort zu positionieren. Viertens: Man sollte sich immer wieder Rat von Experten holen und offen für neues Wissen bleiben! Und zuletzt: Es gilt, das Beste aus beiden Kanälen – Online und Offline – zu verbinden.

Worin unterscheiden sich denn das Marketing im Online Handel von dem des Offline Handels?

Zunächst einmal ist es für Online-Marketing-Maßnahmen erforderlich, dass man zumindest Online präsent ist. Das kann man mit dem richtigen Shopsystem leisten, sich aber auch anstelle oder besser parallel, bei Google eine Präsenz zulegen. Das Marketing im Internet ist weniger direkt, als das, was der stationäre Laden leisten kann. Offline kann der Kunde schmecken, sehen, riechen, etc. – sprich, seine kompletten Sinne einsetzen. Menschen begegnen sich hier persönlich und ein persönlicher Ansprechpartner, ein Service vor Ort ist immer noch das Beste, was ein Händler dem Kunden bieten kann.

Das Marketing im Laden berührt die Emotionen stärker als das Online-Marketing, welches eher den rationalen Teil in uns bewegt und bei dem es eher um das Anhäufen von Wissen geht. Allerdings können, das zeigt uns die Customer Journey, beide Marketingwege nur zusammen gegangen werden, wenn man optimale Erfolge will, da der Kunde zwischen beiden Kanälen wechselt.  

Haben Sie Spezialtipps für alle, die nicht wissen, mit welcher Marketing-Strategie sie beginnen sollen?

Zunächst einmal sollte die Entscheidung unabhängig davon, wie gut der stationäre Laden „läuft”, ausfallen. Sie sollten als Einzelhändler versuchen, sich möglichst zu entlasten, um mehr Zeit für Marketing zu gewinnen. Das ist die beste Strategie, denn Marketing ist ein eigenes Feld. Entlasten kann man sich mit dem passenden Shopsystem, so dass man als Händler weniger Zeit in die eigene Warenverwaltung und in buchhalterische Maßnahmen stecken muss. Dann kann man beginnen, den eigenen Onlineshop zu pflegen, wobei SEO ein Begriff sein sollte.

Werben Sie als stationärer Händler auch mit Service und Verfügbarkeit. Nutzen und setzen Sie ihr Fachwissen ein, versuchen Sie, den Kunden persönlich zu erreichen. Viele Kunden möchten nur, dass Sie ein Produkt erwerben können, das heißt, sie möchten vor dem Besuch des Ladengeschäfts wissen, was sie finden und vom Händler nur noch wissen, wie das Produkt zu ihnen passt. Das Wissen über die Ware haben sie zuvor schon im Internet erworben. Ein anderer Kundentyp lässt sich im Laden inspirieren, googelt nebenbei nach Preisen. Deshalb mein Rat: Legen sie Kundenhistorien an und bieten Sie Multichannel-Services, wie Click & Collect, an.

Läuft mein Geschäft mit so viel Marketing nicht aus dem Ruder?

Nein, denn beide Wege – Online und Offline – unterstützen und stärken sich gegenseitig. Haben Sie einfach keine Angst davor, beide Kanäle zu bedienen. Viele Dinge erledigen sich von selbst, sind quasi ein Selbstläufer. So kommen mehr Kunden in den Laden, wenn sie online auffindbar sind. Ihre On- und Offline-Marketing-Strategien sind nichts Gegensätzliches. Seien sie möglichst transparent, seien Sie sie selbst und legen Sie los.

Vielen Dank, Herr Gaar, für die genommene Zeit und das informative Gespräch.



Über den Autor/in
Maximilian Gaar
Head of Marketing

Inventorum GmbH

Experte/in für

Online Marketing


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