Garantien im Online-Handel - keine Abmahnung erhalten

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Mit der nachfolgenden 3-Schritt-Anleitung ist die Werbung mit Garantien im Online-Handel kein Problem.

Gibt es zu einem Produkt unzählige Anbieter, muss man dem Kunden natürlich etwas anbieten, was er beim Konkurrenten nicht bekommt. Sei es der Preis als ausschlaggebender Faktor oder ein besonders guter Kundenservice. Möglichkeiten gibt es viele. Auch eine besondere Garantie, die der Händler „drauflegt“, ist möglich. Wer alle rechtlichen Voraussetzungen einhält, ist auf dem besten Weg zur Erfolgsoptimierung.


Schritt 1: Garantiebedingungen erstellen

Eine Garantie ist eine zusätzliche Absicherung, die entweder der Händler oder der Hersteller gewähren kann. Da sie über die gesetzlich festgelegte Gewährleistung hinausgeht, dürfen die Garantiegeber auch selbst die Bedingungen hierfür festlegen. Zunächst muss sich der Händler daher überlegen, welche Bedingungen erstellen möchte, wenn der Kunde die Garantie in Anspruch nimmt. Will er stattdessen eine gesonderte Hersteller-Garantie bewerben, muss er sich dort über die entsprechenden Bedingungen informieren.

In die Garantie-Bedingungen gehören die folgenden Informationen:

  •      Welche Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme gelten (z. B. „regelmäßige Wartung“),
  •      die Dauer der eingeräumten Garantie,
  •      der Garantiegeber,
  •      wie der Kunde seine Rechte aus der Garantie geltend machen muss (z. B. in welcher Form),
  •      der Hinweis, dass durch die Garantie die Rechte des Kunden aus der gesetzlichen Gewährleistung nicht berührt oder eingeschränkt werden.


Schritt 2: Deutlicher Hinweis auf Garantiebedingungen im Shop

Natürlich nützen die schönsten Bedingungen nichts, wenn der Kunde sie nie zu Gesicht bekommt. Wer eine eigene oder eine Hersteller-Garantie werbewirksam einsetzen möchte, muss den angesprochenen Kundenkreis auch über die genauen Bedingungen informieren. Dies ist aktuelle Rechtslage und entspricht der ständigen Rechtsprechung.

Die Garantiebedingungen sind entweder direkt in der Artikelbeschreibung anzugeben. Dies sprengt jedoch in vielen Fällen das Design und/oder den vorhandenen Platz (insbesondere bei Plattformen). Alternativ kann der Begriff „Garantiebestimmungen“ (oder eine ähnliche eindeutige Formulierung) in der Artikelbeschreibung verwendet und diese mit einem Link zu einer Shop-Unterseite hinterlegt werden, die über den Umfang der Garantie aufklärt (sprechender Link).


Schritt 3: Übersendung der Garantie-Bedingungen nach Bestellung

Damit der Kunde auch nicht vergisst, dass er eine besondere Garantie mitgekauft hat, müssen die Bedingungen für die Garantie nach einer Bestellung im Internet noch einmal zugesendet werden (z. B. mit der Bestellbestätigung oder spätestens bei der Lieferung der Ware). Am praxistauglichsten können Händler diese Pflicht erfüllen, indem sie die Garantiebedingungen als PDF-Dokument per E-Mail übersenden oder in Papierform dem Paket beilegen. Links zur Webseite sind nicht erlaubt. Sie haben noch Nachholbedarf und wollen sich die Voraussetzungen genauer ansehen? Das ist einfach möglich mit dem Hinweisblatt des Händlerbundes zur Garantien-Werbung.

Die Werbung mit Garantien wird oft unterschätzt. In der Praxis sind Fehler bei der Werbung mit Garantien die häufigsten Abmahngründe. Dabei ist der Fehler und damit eine Abmahnung ganz leicht vermeidbar. Der Händlerbund steht Ihnen bei Fragen zur Werbung mit Garantien als kompetenter Partner zur Seite. 



Über den Autor/in
Yvonne Bachmann
Rechtsanwältin

Händlerbund

Experte/in für

Recht


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