Zahlungssysteme im Einzelhandel - Interview mit Gunnar Hartmann - Inventorum

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Vor welchen Herausforderungen stehen Ihrer Meinung nach aktuell Einzelhändler?

Einzelhändler stehen aktuell vor der großen Herausforderung, mit den großen Handelsketten zu konkurrieren – dies gilt sowohl für den stationären Handel als auch für den OnlineHandel. Der dadurch entstehende Verdrängungsprozess für kleinere Händler und Geschäftsinhaber wird durch die zunehmende Dichte an Einkaufszentren – insbesondere in Ballungszentren – befeuert. Die abgefragten Mieten in großen Einkaufszentren sind für Einzelhändler nur selten zu stemmen. Gleichzeitig steigen die Mieten in der näheren Umgebung mit der Ansiedlung von Einkaufszentren. Das eigene Geschäft in einer wirtschaftlich sinnvollen Umgebung zu eröffnen, wird demnach schwieriger.

Die Konzentration vieler Geschäfte auf engem Raum bietet für den Konsumenten natürlich Vorteile: Von der Apotheke bis zum Schlüsseldienst findet der Konsument alles an einem Ort. Letztlich geht jedoch die Vielfalt und Individualität der Einkaufsstraßen verloren, da sich meist nur die großen Handelsketten die Mieten leisten können.

Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen Waren bequem von zu Hause über das Internet beziehen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Angebote hunderter Ecommerce-Shops können mit einem Mausklick verglichen werden. Der Konsument muss sich lediglich für das günstigste Angebot entscheiden. Auch hier weichen Individualität und die Möglichkeit einer persönlichen Beratung durch den Fachhändler dem Wunsch nach dem günstigsten Preis.

Die große Herausforderung lautet also, sich an die neuen Marktbedingungen anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Händler sollten alle gängigen Marketing- und Vertriebskanäle nutzen, z. B. eine Webseite und Social Media, und das Geschäft dynamisch an das Verhalten der Konsumenten anpassen. Dabei sollte die Maxime sein: Kein Umsatz darf verloren gehen.

Händler sind folgerichtig gut beraten, alle gängigen Zahlungsverfahren anzubieten. SumUp hilft bei dieser zentralen Herausforderung: Wir bieten Einzelhändlern eine sichere, mobile und vor allem kostentransparente Lösung zur Annahme von Debit- und Kreditkarten. Im Gegensatz zu den traditionellen Anbietern müssen die Unternehmen keinen langen Anmeldeprozess durchlaufen oder monatliche Mindestumsätze generieren.

Welchen Bezug haben Sie persönlich zum Einzelhandel?

Ich selber habe zahlreiche Freunde, die als Selbstständige ein Geschäft führen. Ich höre oft, dass sie nach einem zehnstündigen Arbeitstag keine Lust haben, sich noch vier weitere Stunden mit Administration und Papierkram zu beschäftigen.

Zumindest im Bereich Kartenzahlung kann ich beratend zur Seite stehen und etwas Last von den Schultern nehmen. Durch die vollständig digitale Administration der Kartenzahlungen entsteht kein unnötiger Papierkram und alle Dokumente können bequem auf dem Computer abgelegt werden. Ihr Vorteil: Sie haben mehr Zeit, sich um das Wesentliche zu kümmern und können ihrem Geschäft nachgehen.

Welche Vorteile hat es für Einzelhändler mehrere Zahlungsmethoden anzubieten?

Je mehr Zahlungsmethoden der Händler anbietet, desto geringer ist das Risiko, dass ihm ein Verkauf entgeht. Der Konsument kann frei entscheiden, wie er bezahlen möchte. Bargeld befindet sich heute in immer weniger Geldbörsen und insbesondere junge Leute bevorzugen die Bezahlung per Karte – insbesondere bei Spontankäufen. Und auch bei Touristen ist die Kreditkarte in fremden Ländern ein beliebtes Zahlungsmittel.

Für den Händler ergeben sich durch die zusätzliche Annahme von Kartenzahlungen weitere Vorteile. Mit tablet-basierten Kassensystemen können jederzeit die wichtigsten Kennzahlen des Geschäftes im Blick behalten werden. Gleichzeitig erlaubt der virtuelle Geschäfts-Assistent die Verwaltung mehrerer Filialen und erleichtert mit finanzamtkonformen Tagesabschlüssen die Buchhaltung. So sparen Einzelhändler wertvolle Zeit, um sich auf Ihre tägliche Arbeit zu konzentrieren.

Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen dem deutschen und anderen Märkten?

Der deutsche Einzelhandel steht neuen Technologien immer etwas zurückhaltend gegenüber. Ähnlich ist es auch beim Thema Kartenzahlung. Für Händler und Konsumenten, beispielsweise in England oder den skandinavischen Ländern, ist es Alltag, auch Kleinstbeträge per Karte zu zahlen. Diese Mentalität ist in Deutschland noch nicht fest verankert. Der Wandel ist jedoch bereits in vollem Gange und immer mehr kleinere Händler bieten Kartenzahlung an – auch dank neuer Technologien. Das spiegelt sich auch in den Umsätzen wider. Laut EHI Retail Institut verzeichneten kartengestützte Umsätze 2016 einen deutlichen Zuwachs um 9,1 Mrd. Euro auf insgesamt 187 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von 45,6 Prozent am Gesamtumsatz der Einzelhandelsgeschäfte in Höhe von 410 Mrd. Euro.

Kontaktlose Bezahlvorgänge sind in den genannten Ländern ebenfalls seit einiger Zeit fester Bestandteil. Debit- und Kreditkarten mit der entsprechenden NFC-Technologie finden sich jetzt auch vermehrt in deutschen Geldbörsen. Das macht noch schnellere Bezahlvorgänge möglich. Mit unserem SumUp Air Kartenterminal können Händler sowohl kontaktlose Zahlungen per NFC sowie per Chip-Verfahren und Magnetstreifen annehmen. Weitere Verfahren wie Apple Pay, Android Pay und auch Samsung Pay unterstützt unser Kartenterminal ebenfalls in allen Ländern – diese werden natürlich auch in Deutschland verfügbar sein, sobald die Anbieter ihre Produkte deutschen Endkunden öffnen.

Gleichzeitig liegt das Thema Sicherheit den deutschen Einzelhändlern ganz besonders am Herzen. Wir widmen uns diesem Thema daher besonders intensiv. SumUp ist zertifizierter und lizensierter Zahlungsdienstleister und erfüllt höchste internationale Sicherheitsstandards der Karten-Industrie.

Wie sieht Ihre Zukunftsvision für den Zahlungsmarkt aus?

Länder wie Schweden zeigen, wohin die Reise führt. Dort wird in einigen Gegenden bereits vollständig auf Bargeld verzichtet. Auch hierzulande gibt es immer wieder aufs Neue die Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes. Das ist natürlich Zukunftsmusik, aber neue Technologien, wie kontaktlose Zahlungen per NFC oder Verfahren wie Apple Pay oder Android Pay, sind der Beginn einer Revolution im Zahlungsmarkt. Das Smartphone oder Wearables als digitales Portemonnaie sind nicht länger eine Utopie, sondern bereits Realität.

Der Bezahlvorgang verläuft dabei immer schneller und rückt für Händler und Konsumenten durch die Digitalisierung immer weiter in den Hintergrund. Diesen Entwicklungen tragen wir bei SumUp Rechnung und stellen unseren Kunden kontinuierlich die bestmögliche und gleichzeitig sicherste Technologie am Markt zur Verfügung.



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Zahlungssysteme, Aktuelle Entwicklungen, Geschäftsoptimierung


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