Inventur im Einzelhandel - einmal im Jahr wird gezählt

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Einmal im Jahr, wenn sich das Jahr dem Ende neigt, ist sie fällig: Die Bestandsaufnahme. Da die Inventur im Einzelhandel ein großes Thema ist, widmen wir diesem eine dreiteilige Reihe in unserem Blog. Darin bieten wir alle wichtigen Infos sowie Tipps und Tricks zur Optimierung Ihrer Inventur. Was Inventur genau bedeutet, warum und wer diese durchführen muss, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt.

Inventur im Einzelhandel: Fester Bestandteil der Buchhaltung

Was heißt eigentlich Inventur? Die Inventur im Einzelhandel ist eine Bestandsaufnahme des Vermögens und der Schulden innerhalb eines Unternehmens. Da sie Teil der ordnungsgemäßen Buchhaltung ist, besteht für alle bilanzierenden Unternehmen die Pflicht zur Inventur. Am Jahresende wird die Inventurliste zusammen mit dem Kassenbuch dem Steuerberater für die Bilanz vorgelegt und muss, wie alle steuerrelevanten Daten, für zehn Jahre aufbewahrt werden.

Bei Betriebsprüfungen wird gern ein genauer Blick in die Inventurunterlagen geworfen. Im Falle von Ungereimtheiten oder Fehlern kann der Prüfer die Buchhaltung als nicht ordnungsgemäß einstufen und Zuschätzungen vornehmen, welche für den Einzelhändler teuer werden können.

Mit der richtigen Inventurart und unseren Tipps und Tricks zur Durchführung einer Inventur im Einzelhandel vermeiden Sie Ärger mit dem Finanzamt und können den zeitlichen Aufwand deutlich reduzieren.

Gibt es Ausnahmen für die Inventur im Einzelhandel?

Freiberufler und Unternehmen, die Ihren Gewinn mittels Einnahme-Überschuss-Rechnung ermitteln, brauchen keine Inventur zu machen. Es ist außerdem keine Inventur nötig, wenn:

  • Das Sortiment mindestens 2.000 Artikel umfasst,
  • Eine Software zur Bestandskontrolle eingesetzt wird
  • 5 % des Bestands mindestens 40 % des Lagerwertes abdecken

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich die Befreiung von der Inventur in jedem Fall durch das Finanzamt bestätigen lassen.

Wann muss die Inventur im Einzelhandel gemacht werden?

Einmal im Jahr müssen alle Vermögenswerte und Schulden im Unternehmen körperlich erfasst werden, meist zum Jahresabschluss am Ende des Geschäftsjahres. Doch der Zeitpunkt kann auch je nach Inventurart variieren.

Neben der Jahresinventur werden Inventuren auch bei Geschäftsübernahmen, Unternehmensgründungen oder -schließungen durchgeführt.

Die Inventur im Einzelhandel dient auch der Warenoptimierung

Neben der Pflicht für die Buchhaltung unterstützt die Inventur im Einzelhandel aber auch den Händler bei der Einschätzung der eigenen finanziellen Situation. Der Händler erlangt durch die Inventur und die Nutzung eines Buchhaltungsprogramms einen genauen Überblick über das Umlaufvermögen seines Unternehmens sowie bessere Kontrolle über seine Ausgaben.

Außerdem verrät die Bestandsaufnahme Details über den Warenverkauf und ermöglicht die Sichtung und Korrektur der Warenbestände. Welche Artikel verkaufen sich gut, welche nicht? Auf diese Weise gelingt es, den Wareneinkauf zu analysieren und zu optimieren.

Ihre Kunden profitieren ebenfalls davon, denn nur so kann gewährleistet werden, dass nachgefragte Artikel in angemessener Menge verfügbar sind.

Fazit

Die Inventur ist ein wichtiger Bestandteil der Buchhaltung und sollte, wie alle anderen Unterlagen, gewissenhaft geführt werden, um Ärger und Kosten zu vermeiden.

Eine genaue Bestandsaufnahme nutzt aber auch dem Händler, da sie einen Überblick über alle Vermögenswerte bietet und sich durch eine Analyse das Warenangebot im Unternehmen optimieren lässt.

Titelbild: Rawpixel.com / shutterstock.com

Quellen: Deutsche Handwerks Zeitung, Rechnungswesen-Portal, Business-on.de, Mittelstand – Die Macher, Handelswissen