Nicht mal Google weiß, was in den lokalen Läden steht - Inventorum

trust element inventorum
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Ein iPad-Kassensystem? Das gibt es schon. Das Berliner Startup INVENTORUM will daher mehr sein: Die komplette Warenwirtschaft mit Eingang, Ausgang, Inventur und Buchhaltung könne man abdecken, betonen seine Gründer Michael Brehm und Christoph Brem. Als Kunden haben sich die beiden jene Händler ausgeguckt, die ihr Angebot bislang noch nicht übers Internet vertreiben. „Wir wollen die Offline-Händler ins 21. Jahrhundert holen“, haben sich Brehm und Brem als Motto auserkoren.

Bei denen sehen sie viel Potenzial. „Nicht mal Google weiß, was in den lokalen Läden steht“, formuliert es Brehm – der als Mitgründer und CEO der Rebate Networks bislang eigentlich eher gegen lokale Shops agierte. Der traditionelle (Klein-)Handel sei von einer Digitalisierung noch weit entfernt. Und wenn man auf Plattformen wie Etsy oder DaWanda aktiv sei – zu ersterem gibt es bereits eine Schnittstelle –, sei es fast unmöglich, Doppelverkäufe zu vermeiden, weil man online nicht sehen kann, was offline gerade verkauft wurde. Und umgekehrt.

Das INVENTORUM-System soll helfen – im Baukastenprinzip, mit 1-Click-Shop, als Software-as-a-Service, den gesetzlichen beziehungsweise steuerlichen Anforderungen entsprechend und ab 29 Euro pro Monat, versprechen die Gründer. Auch der Bezahlvorgang kann über die Plattform abgewickelt werden, hier ist man eine Kooperation mit dem Mobile-Payment-Anbieter iZettle eingegangen.

Vier Millionen Euro bekommen die Gründer nun für das Konzept. Das Kapital stammt von den Altinvestoren High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Vogel Ventures sowie dem Venture Capital-Unternehmer Dr. Max Iann. Und es soll dazu genutzt werden, „den Vertrieb weiter auszubauen und in die Produktentwicklung zu investieren“. Bislang war INVENTORUM mit einer knappen Million ausgekommen.

Gestartet haben Brehm und Brem ihr Vorhaben schon im Dezember 2012, seit Ende Februar 2013 gibt es das Unternehmen offiziell. Mittlerweile beschäftigen sie 14 Mitarbeiter. Während Brehm den Beirat leitet, sich um die Finanzierung kümmert und Partnerschaften pflegt, steuert Christoph Brem das operative Geschäft des Berliner Unternehmens.

Ganz alleine steht INVENTORUM mit seiner Idee allerdings nicht da. Mit dem von Open-Office-Gründer Marco Boerries gestarteten Number Four sehen sich Brehm und Brem namhafter Konkurrenz gegenüber. Beeindrucken lassen sie sich davon nicht, sagen die beiden Gründer. Denn Number Four hat zwar bereits vor Monaten stattliche 38 Millionen US-Dollar von bekannten Investoren bekommen. Am Markt gestartet ist das bereits seit gut fünf Jahren in der Entwicklung steckende Unternehmen bislang allerdings nicht. Diesen Vorsprung können die INVENTORUM-Macher in jedem Fall für sich beanspruchen.