Retail-Design und Markeninszenierung - Interview mit Heike Brandt - Inventorum

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Präsentieren, begeistern, verkaufen ‒ Die optimale Gestaltung Ihrer Verkaufs- und Geschäftsräume

Dass die Ladengestaltung im Einzelhandel von enormer Wichtigkeit ist, ist nichts Neues. Doch in Zeiten von zunehmender Digitalisierung, immer höher werdenden Erwartungen der Kunden und dem Anspruch an ein wahres Einkaufserlebnis reichen eine ansprechende Schaufensterdekoration und übersichtliche Regalsysteme nicht mehr aus.

Heike Brandt setzt daher mit ihrer Berliner Agentur für Markenarchitektur und Retail Design „Studio Brandt” auf ganzheitliche Markenbotschaften und -konzepte. Wie Händler Ihre Produkte richtig in Szene setzen und beim Kunden die richtige Botschaft ankommt, hat sie uns im Interview verraten.

Welchen Bezug haben Sie zum Einzelhandel?

Ich bin Innenarchitektin und spezialisiert auf die Gestaltung von Verkaufsräumen. Seit 20 Jahren berate ich Einzelhandelsunternehmen und entwickle gemeinsam mit meinen Auftraggebern innovative Shopkonzepte. Ich hatte das große Glück, durch meine Arbeit für internationale Design- und Branding-Agenturen sowohl bei renommierten Marken, als auch bei kleineren mittelständischen Unternehmen hinter die Kulissen blicken zu dürfen. Dadurch habe ich viel über das operative Geschäft und interne Abläufe in den Unternehmen lernen können.

Es ist faszinierend, wie sich die Einzelhandelslandschaft durch den demografischen Wandel, aber auch durch die Digitalisierung, in den letzten 20 Jahren verändert hat. Individualität und Preisbewusstsein gepaart mit einer hohen Erwartung an Qualität, sowie die hohe Mobilität der Kunden, aber auch ein zunehmendes Bedürfnis nach Sicherheit und Transparenz spielen heute eine große Rolle.

Warum ist die Gestaltung des Verkaufsraumes so wichtig?

Ich bin der Meinung, dass der Verkaufsraum die beste Werbung für ein Unternehmen ist, weil der Konsument hier voll in das Markenerlebnis eintauchen kann. Daher sprechen wir auch von Markeninszenierung. Auch im digitalen Zeitalter kann der stationäre Einzelhandel punkten, denn Kunden werden immer den menschlichen Kontakt und sinnliche Erlebnisse suchen. Sehr interessant kann hier die Bereicherung des klassischen Einkaufserlebnisses durch sinnvolle digitale Innovationen sein.

Welche konkreten Aspekte der Geschäftseinrichtung sind die wichtigsten?

Retail Design, der englische Begriff für „Verkaufsraumgestaltung” beinhaltet außer der klassischen Innenarchitektur u.a. auch Schaufenstergestaltung, Instore-Kommunikation, Wegeführung, POS-Lösungen und Visual Merchandising. Über diese kann das Einkaufserlebnis multisensorisch und emotional ansprechend gestaltet werden. Das Ganze muss natürlich wirtschaftlich sein und funktionieren, sowohl für den Händler, als auch für den Endkunden. Daher sind effiziente operative Abläufe und eine gute Orientierung im Shop ebenfalls entscheidend.

Wie bringt man Markenwirkung und Ladengestaltung am besten unter einen Hut?

Retail Design ist ein bisschen wie Übersetzerarbeit. Die Markenbotschaft oder die Geschichte eines Unternehmens werden in eine dreidimensionale Sprache übersetzt und so für den Endkunden erlebbar gemacht. Findet man den richtigen Ton, so entfaltet sich die Marke im Shop fast wie von allein.

Bei der Auswahl von Designelementen sollte man sich immer wieder die Frage nach dem Warum stellen. Drücken diese das Markenkonzept optimal aus? Bestehende CI-Merkmale sollten von vornherein als wichtige Grundlage in das Konzept mit einfließen. Bei größeren Projekten arbeitet der Retaildesigner idealerweise mit Werbeagenturen, Grafikern bzw. Inhaus-Designern Hand in Hand. So kann erreicht werden, dass dem Kunden an sämtlichen Kontaktpunkten mit der Marke eine einheitliche Botschaft vermittelt wird.

Haben Sie Tipps, wie man mit nur wenigen Handgriffen die Wirkung eines Stores positiv beeinflussen kann?

Leider gibt es die schnelle Allround-Lösung nicht, da wirklich effektive Verkaufsraumkonzepte gut durchdachte, maßgeschneiderte Angelegenheiten sind. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass ein starker Außenauftritt mit einer kraftvollen Schaufenstergestaltung, einer klaren Wegeführung und guter Ausleuchtung der Ware schon viel bewirken können. Eine ganz simple, aber oft erstaunlich effektive Maßnahme ist die Reduktion von Werbematerialien, Postern und Gratis-Aufstellern auf ein Minimum. Produkt und Shopmarke sollten dabei immer die Hauptakteure bleiben.



Über den Autor/in
Heike Brandt
Gründerin und Inhaberin

Studio Brandt

Experte/in für

Shopeinrichtung & Markenarchitektur


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