Sommerschlussverkauf - Tipps für Einzelhändler

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Jedes Jahr findet aufs Neue der Sommerschlussverkauf (SSV) statt. Als Händler nutzen Sie diesen, um Ihr Lager zu räumen und Platz für Ihre neuen Waren zu gewinnen. In jeder Saison gibt es übrigens die Möglichkeit, Ihr Sortiment zu einem geringeren Preis aus dem Laden zu schaffen. Die Vielfalt an Möglichkeiten stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor. Ebenso widmen wir uns den Fragen, was es rechtlich zu beachten gibt und wie Sie als Händler die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen können.

Sommerschlussverkauf, Winterschlussverkauf, Mid Season Sale und Pre-Sales – es gibt mittlerweile verschiedenste Aktionen, die zum günstigen Verkauf Ihrer Waren Anlass bieten und dazu genutzt werden können, Platz im Lager zu schaffen. Denn den nötigen Raumgewinn können Sie gut gebrauchen, wenn die Ware der neuen Saison Einzug erhalten soll. Die Schlussverkäufe und deren Notwendigkeit lassen sich vor allem in der Bekleidungs- und Textilbranche gut beobachten, denn die saisonale Produktauswahl liegt in Ihrer Natur. Unzählige Bikinis, Shirts, Tops, Schuhe und Heimtextilien gehen zu den Aktionszeiten über die Ladentheke. Prinzipiell jedoch können Schluss- oder Vorverkäufe für jede Branche aufbereitet werden, da auch in anderen Bereichen saisonale Ware anzutreffen ist. Außerdem lieben viele Kunden Schnäppchen und fühlen sich von den Sonderangeboten förmlich angezogen. Dies nutzt beiden Seiten: Ihrer Kundschaft, sowie Ihnen selbst. Wir haben die wichtigsten Infos zum Sommerschlussverkauf für Sie zusammengestellt.

Nutzen Sie den Sommerschlussverkauf zur Lagerbereinigung!

Für das Stattfinden des Sommerschlussverkaufes gibt es keinen offiziellen Termin, in der Regel ist dieser für das Ende des Monats Juli angesetzt. Das war nicht immer so, denn bis 2004 gab es offizielle Gesetze zur Durchführung der Rabattwochen. Seit der Liberalisierung des Wettbewerbsrechts in der Jahresmitte 2004 sind der Sommerschlussverkauf und die weiteren Saison- und Saisonschlussverkäufe des Jahres nicht mehr staatlich geregelt. Das gilt also auch für den Winterschlussverkauf (WSV).
Gab es ehemals eine Regelung für die Dauer, ist diese mittlerweile auch passé. Ehemals waren zwei Wochen für die Saisonschlussverkäufe angesetzt, doch heutzutage können Sie als Händler selbst entscheiden, wann Sie Rabatte gewähren wollen. Dieses Vorgehen macht immer dann Sinn, wenn Sie Ihr Lager räumen wollen.
Auch wenn Sie nicht mehr den gesetzlichen Regelungen unterliegen, ist es dennoch sinnvoll, sich nach den Empfehlungen von Branchen-Verbänden zu richten. Dies ist vor allem aus marketingstrategischer Sicht von Nutzen.

Die Empfehlung richtet sich nach dem ehemaligen Datum für den Sommerschlussverkauf, angepasst an die Saison-Zeiten:
Er beginnt immer am Montag der letzten Juli-Woche. Für das Jahr 2017 bedeutet das:

  • Beginn des Sommerschlussverkaufs 2017: 31.7.2017 (Montag)
  • Dauer des Sommerschlussverkaufs 2017: 14 Tage bzw. 2 Wochen bis hin zum 13.8.2017

Der Branchenverband HDE schätzt, dass sich an dieser zweiwöchigen Aktion etwa drei Viertel der Händler in Deutschland beteiligen. Doch es bleibt nicht bei dieser einen Rabattaktion: Dem Sommerschlussverkauf voran gehen meist noch die Mid Season Sales und die Pre-Sales. Bei diesen Arten von Zwischenschlussverkäufen werden die Frühjahrs- und Herbstkollektionen mithilfe von Rabattaktionen vertrieben. Dies macht Sinn, denn auch in diesen Jahreszeiten haben Sie Waren, die weichen müssen, um Platz für Neues zu schaffen. Auch diese Zwischenschlussverkäufe lassen sich, ebenso wie der Sommer- und der Winterschlussverkauf nicht auf einen genauen Zeitraum eingrenzen.

Grob einordnen lassen sie sich auf folgende Wochen:

  • Midseason Sale 2017 Frühling: 25.04.2017 – 07.05.2017
  • Midseason Sale 2017 Herbst vorauss.íchtlich: 24.10.2017 – 05.11.2017

Der Winterschlussverkauf beginnt regulär am jeweils am letzten Monat im Januar, das heißt für das aktuelle Jahr:

  • Beginn des Winterschlussverkaufs 2017: 30.1.2017 (Montag)
  • Dauer des Winterschlussverkaufs: bis 14 Tage bzw. 2 Wochen bis hin zum 13.2.2017

Sie können aber auch zu weiteren Zeiten Rabatte gewähren. In der Regel finden auch einige Wochen vor und nach dem offiziellen Sale Sonderverkäufe statt.

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Sommerschlussverkauf: Locken und binden Sie Ihre Kunden

Reduzierungen aller Art ziehen Kunden und Schnäppchenjäger an. Sie setzen so also neue Impulse für Ihren Verkauf, indem Sie Rabatte gewähren. Wie viel Rabatt Sie einplanen, steht Ihnen frei.
In der Regel werden Preisnachlässe von 20-30 % erwartet. Bei ausgesprochen saisonalen Produkten sind auch Rabatte mit bis zu 50 % möglich. Allerdings sind im Handel aber auch Rabatte von 60 -70 % zu finden. Sie haben die Freiheit, Ihre Artikel nach und nach zu rabattieren. Schätzen Sie selbst ein, wieviel Rabatt Sie gewähren können, ohne Verluste zu machen.
Dennoch sind Rabattaktionen nicht unbegrenzt möglich und nicht komplett ohne Regelung, auch wenn die Aufhebung des Rabattgesetzes im Juli 2001 diesen Eindruck macht. Es gibt nach wie vor Gebiete, auf denen es Verbote und Beschränkungen gibt. Der Grund dafür ist, dass die allgemeinen Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) weiterhin Anwendung finden.
Sie können Ihre Kunden aber neben den Schlussverkäufen mit weiteren Boni locken. Besonders attraktiv ist es für Kunden, wenn Sie weitere Rabatte durch Gutscheine gewähren. Der Kunde von heute jagt nicht nur, er sammelt auch. Setzen Sie also neben Gutscheinen auch auf Kundenbindungssysteme wie Treue- und Bonuspunkte.
Und auch eine Kombination aus Schlussverkäufen und verkaufsoffenen Sonntagen ist vielversprechend. Beachten sollten Sie außerdem, dass Sonderverkäufe sowohl stationär als auch Online stattfinden.

Sommerschlussverkäufe über den Onlineshop tätigen

Machen Sie Ihre Kunden auf sich aufmerksam! Dies gelingt Ihnen stationär mit Plakaten, die jedoch spärlich eingesetzt werden sollten, Online auf Ihrer eigenen Website oder über soziale Plattformen wie Facebook, insofern Sie einen Firmen-Account besitzen.
Nutzen Sie Ihren eigenen Onlineshop, um Ihre Rabatte zu vertreiben. Rabattaktionen, die von Onlineshops aus betrieben werden, umfassen meist einen längeren Zeitraum als jene im stationären Handel. Sie können also Online von dieser Freiheit profitieren. Damit kommen Sie auch Ihren Kunden entgegen: Denn die Läden sind insbesondere zu den Schlussverkaufszeiten völlig überfüllt, da sich alle um die Wühltische drängeln. Wenn Sie Ihrer Kundschaft diesen Stress ersparen wollen, satteln Sie in Ihrem Onlineshop zu Rabatt-Stoßzeiten um und befüllen Sie diesen mit den Angeboten. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass Sie Ihren Kunden neben dem Gedränge auch die Suche erleichtern können, da diese bequem per Suchfunktion nach dem gewünschten Artikel recherchieren können. Es macht also durchaus Sinn, sich mit dem eigenen Onlineshop noch einmal zwecks Rabattaktionen auseinanderzusetzen.

Sommerschlussverkauf – Besonderheiten Online und Offline  

Beachten Sie, dass es auch beim Sonderschlussverkauf ein 14-tägiges Widerrufsrecht gibt. Reduzierte Artikel sind ebenfalls in den Umtausch eingeschlossen, zumindest gilt dies für den Onlineshop. Im Ladengeschäft jedoch gibt es kein pauschales Rücktritts- oder Widerrufsrecht für den Kunden. Im Onlinehandel gilt dagegen das Fernabsatzgesetz. Hier können Artikel ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden.

Tipp:
Wenn Sie Ihre Rabattaktion so richtig befeuern wollen, begrenzen Sie diese zeitlich. Oftmal schürt dies das Jagdfieber des Konsumenten erst. Sie können diese Aktion dann im Anschluss verlängern.
Allerdings ist es wichtig, dass Sie hier transparent bleiben. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Kunde vor zu schnellen Kaufentscheidungen geschützt werden soll. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie Produkte nicht zu kurz befristen. Wenn kein zwingender Grund für die Befristung rabattierter Angebote vorliegt, kann eine unangemessen kurze Befristung des Rabattangebotes eine unsachliche Beeinflussung im Sinne des § 4 Nr. 1 UWG darstellen. Generell sollten Sie sich an die Regel „kein zu hoher Rabatt in einer zu kurzen Befristung” halten. Dass der Fall, ein Angebot unzulässig zu befristen, jedoch tatsächlich eintritt ist selten. In der heutigen Zeit sind die Kunden zunehmend informiert, da sie sich aufgrund des Internets und den dadurch möglichen Preisvergleichen zuvor über zulässige Preise informieren können.

Zum Abschluss – Sommerschlussverkauf lohnt sich

Rabattaktionen rentieren sich für Händler und Verkäufer. Sie selbst können Ihr Lager räumen und Platz für Neues schaffen. Ihr Kunde wird zum Shoppen motiviert und dadurch auch langfristig erreicht, denn er merkt sich entsprechende Rabattaktionen. Wichtig ist, dass Sie sich Online und Offline transparent zeigen. Terminübersichten größerer Händler können im Internet eingestellt werden. Wünschenswert wäre es, wenn es auch eine Plattform geben könnte, auf der kleinere Händler Ihre Rabattaktionen und Schlussverkäufe ausstellen.

Quellen:
http://www.sommerschlussverkauf-sale.de/#ssv-termine
http://www.bte.de/Fachthemen/Schlussverkauf
http://osos-sales.de/midseason_sale.php
http://www.berlin.de/special/shopping/archiv/3555058-2175268-sommerschlussverkauf.html
http://www.winterschlussverkauf-sale.de/
https://www.heise.de/resale/artikel/Was-bei-Rabattaktionen-zu-beachten-ist-1381861.html
http://www.it-recht-kanzlei.de/werbung-mit-rabatten-faq.html

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