Inventurarten für den Einzelhandel: Finden Sie die richtige Inventurart für Ihr Unternehmen - Inventorum

trust element inventorum

Für die Inventur müssen Händler oftmals mehr Personal und extra Zeit einplanen. Doch wussten Sie, dass Sie mit einer anderen Inventurart viel flexibler sein könnten? Je nach Unternehmens- und Sortimentsgröße empfiehlt sich eine bestimmte Inventurart. Wir stellen Ihnen die vier Inventurarten vor und beleuchten Vor- sowie Nachteile.

Die jährliche Inventur gehört zur ordnungsgemäßen Buchhaltung. In unserer Reihe zu diesem Thema haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zur Inventur im Einzelhandel sowie wertvolle Inventur Tipps zusammengestellt. In diesem Artikel befassen wir uns mit den verschiedenen Inventurarten.

Jahresinventur (Stichtagsinventur)

Die gängigste Form der Inventurarten im Handel ist die Jahres- oder Stichtagsinventur, bei der einmal im Jahr eine körperliche Bestandsaufnahme gemacht wird. Als Stichtag gilt in der Regel der 31. Dezember, allerdings gewährt das Finanzamt vor sowie nach dem Stichtag einen zeitlichen Freiraum von 10 Tagen. Dabei sollten aber alle Veränderungen der Bestände zwischen der Inventur und dem Stichtag erfasst werden.

Diese Art der Inventur erfordert einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand, daher eignet sich die Stichtagsinventur eher für kleinere Geschäfte mit einem Sortiment von unter 1.000 Artikeln. Die meisten Händler entscheiden sich dafür, die Inventur außerhalb der Öffnungszeiten zu machen, da es während des Geschäftsbetriebs dazu kommen kann, dass Artikel in großen Mengen abverkauft werden und dann die Zahlen nicht mehr korrekt sind. Manche planen auch einen extra Tag dafür ein.

Verlegte Stichtagsinventur

Die verlegte Stichtagsinventur ermöglicht eine Bestandsaufnahme in einem Zeitraum von bis zu drei Monaten vor und zwei Monaten nach dem Stichtag. Wenn Sie Ihre Inventur verlegen wollen, sollten Sie mit einem Warenwirtschaftssystem arbeiten, um die Warenbestände rückwirkend bzw. fortführend zu erfassen. So können Sie zum Beispiel im September die Zählung vornehmen und müssen am Stichtag mithilfe der Software nur noch die aktuellen Bestände ausrechnen ohne erneut zählen zu müssen. Da diese Art der Inventur eine höhere zeitliche Flexibilität bietet, eignet sie sich besonders für Unternehmen mit einem großen Sortiment.

Allerdings ist die Durchführung der verlegten Inventur unzulässig bei:

  • Vorräten, die verbraucht werden
  • sehr wertvollen Gegenständen
  • Waren mit großem Schwund, Verderb oder Bruch

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, Sie aber aus organisatorischen Gründen nur eine verlegte Inventur durchführen können, sollten Sie sich vorher beim Finanzamt eine Genehmigung einholen.

Permanente Inventur

Bei der permanenten Inventur können Sie den Zeitpunkt der Bestandsaufnahme frei wählen. Da die Erfassung der Artikel etappenweise stattfindet, eigent sich diese Inventurart bei einem großen Sortiment mit über 2.000 Artikeln. Die Arbeit lässt sich auf das gesamte Jahr verteilen und kann so besser geplant werden, zum Beispiel, wenn die Bestände am niedrigsten sind. Außerdem sparen Sie damit personelle Ressourcen.

Die permanente Inventur erfolgt durch die Zählung der Artikel während des Tagesgeschäfts zu ruhigen Zeiten oder außerhalb der Saison. Genauso wie bei der verlegten Inventur wird aber auch hier eine Software zur Warenkontrolle benötigt, um die korrekten Bestände zum Stichtag ausrechnen zu können.

Stichprobeninventur

Unter den Inventurarten wird die Stichprobeninventur hauptsächlich von Großunternehmen genutzt. Dabei werden lediglich die wertvollsten Güter im Unternehmen zum Stichtag erfasst. Für die restlichen Waren werden Hochrechnungen mithilfe von Stichproben durchgeführt.

Für diese Inventurart wird eine Genehmigung des Finanzamts benötigt. Sie ist nur zulässig, wenn:

  • 20 % der Waren 80 % des Unternehmenswerts ausmachen,
  • ein Warenwirtschaftssystem genutzt wird,
  • das Sortiment über 1.000 Positionen umfasst.

Monatliche Inventur

Neben der Jahresinventur kann der Händler frei entscheiden, ob er zwischendurch zusätzliche Inventuren durchführen möchte. Dadurch wird die Jahresinventur natürlich enorm erleichtert. Das empfiehlt sich aber nur bei einem kleinen Sortiment.

Titelbild: Rawpixel.com / shutterstock.com

Quellen: Deutsche Handwerks Zeitung, Rechnungswesen-Portal, Business-on.de, Mittelstand – Die Macher, Handelswissen